Robin

Erny von der Räuberschenke
26.12.1988 - 04.08.2004








Robin heißt eigentlich Erny von der Räuberschenke. Er wurde am 26.12.1988 geboren und kam im Alter von 10 Wochen zu uns. Als Vertreter der alten DDR-Linie zog er immer wieder die Blicke auf sich. Robin hatte wunderschön eng anliegendes Fell in darksable, welches nicht zu massig war. Schade, daß es solche Collies heutzutage kaum noch gibt. Robin war immer ein Traumhund, zu jedermann aufgeschlossen und freundlich, völlig unkompliziert. Wenn er einen Ball hatte, war er der glücklichste Hund auf der Welt. So manch einen Menschen, der mit Hunden nichts anfangen konnte, hat er durch seine offene Art und Weise umgekrempelt. Besuch wurde sofort empfangen und zum Ballspiel aufgefordert. Wiederstehen konnte ihm da eigentlich niemand. Auch mit anderen Hunden hatte er nie Probleme. Außer, daß er zu jedem Hund hin mußte. Da wurden die Ohren auch schonmal auf Durchzug geschalten.




Robin war bis ins hohe Alter topfit, leider sind am Ende jedoch die Altersprobleme auch an ihm nicht vorbeigegangen. Mitte Mai 2003 haben wir uns entschlossen, seinen Hodentumor, der plötzlich sehr stark gewachsen war, doch noch entfernen zu lassen. Robin hatte diese Operation prima weggesteckt.
Anfang Juli 2003 hatte unser Großer einen leichten Schlaganfall, wodurch er rechtsseitig leichte Lähmungserscheinungen bekam.

Robin mußte einerseits wieder Muskeln aufbauen, andererseits machte ihm seine Arthrose sehr stark zu schaffen. Wir haben uns entschlossen, es mit Schwimmtraining zu versuchen. Da Robin sich selbst nicht mehr über Wasser halten konnte, hat er hinten einen Schwimmring und vorne ein Geschirr zum Festhalten umbekommen. Nach dem Schwimmen war er immer wie ausgewechselt, lief viel besser und interessierte sich auch wieder für seinen Ball.




Damit er etwas entspannter schlafen konnte, haben wir ihm ein Kissen mit Polyesterkörnchen gekauft. Das Kissen paßt sich der Körperform an, so daß kaum Druckstellen entstehen. Robin hat darauf wie ein kleiner Prinz geschlafen.








Zwischenzeitlich ging es Robin wieder etwas besser. Es ist schon sehr erstaunlich, wie gut er solche Sachen in diesem Alter noch verkraftet hat. Leider bekam er im Frühjahr 04 sehr große Probleme beim Laufen, war auf den Hinterbeinen sehr wackelig und kippte immer wieder um.

Seit Anfang Mai 2004 war Robin dann mit einem Rollwagen unterwegs. Er ist weiterhin selbständig gelaufen, der Wagen half ihm lediglich dabei, nicht immerzu umzufallen. Robin hatte sich prima an diese Hilfe gewöhnt. Er kam gut damit klar, wußte auch, wie er damit wieder zurück kam und umdrehen konnte, wenn er wo gegen gefahren war. Wir sind mit dem Rollwagen absolut zufrieden, unser Hund hat damit ein gutes Stück Lebensqualität zurückgewonnen, war wieder viel selbständiger und aufgeweckter. Wir danken ganz herzlich Herrn Chmilewski, der uns den Rollwagen von Doggonwheels vermittelt hat und Frau Schmitt, die uns den Wagen von ihrem Ascot verkauft hat.






Am 04.08.04 mußten wir uns doch recht überraschend für immer von Robin verabschieden. Wir sind dankbar für die vielen gemeinsamen Jahre.
 

Rückblickend deuten Robins Krankheitssymptome sehr stark auf Spondylose und Cauda Equina, was leider damals nicht erkannt wurde. Ich möchte an dieser Stelle Robins Krankengeschichte zusammenfassen, auch wenn mir das immer noch sehr schwer fällt.
Robin bekam im Alter Arthrose und Spondylose, die bei ihm aber sehr schnell verknöchert ist, wodurch er keine, bzw. kaum Schmerzen hatte. Bei ihm hat mans eigentlich nur am hölzernen Gang gesehen. Irgendwann bekam er dann massive Probleme beim Aufstehen, ich mußte ihm immer öfter helfen. Für unseren TA nichts ungewöhnliches, er schob alles aufs Alter, Robin war da schon 14 Jahre. Dann das Unglück, ich habs nur poltern gehört, Robin muß die letzten Stufen unserer Treppe runtergefallen sein. Ein kleines Loch hinten in der Rückengegend ist mir aufgefallen, als ob bei einem Wirbel oben die Spitze abgebrochen wäre. Der TA konnte nichts gravierendes feststellen, meinte aber zu den Rückenproblemen, daß das ja auch daher kommen könnte, weil Robins Hodentumor ziemlich stark gewachsen war, also OP, die unser Großer sehr gut verkraftet hat. Insgesamt war Robin sehr empfindlich an den Hinterbeinen, konnte seine Rute kaum noch benutzen (alles Cauda Equina Symptome, wovon ich damals aber noch keine Ahnung hatte) Im Sommer lag er dann eines Tages ziemlich apathisch im Garten, vom TA keine Diagnose, meine selbstgebastelte Diagnose war Schlaganfall. Irgendwie schien jetzt alles zusammen zu kommen. Von da an konnte er nicht mehr selbständig aufstehen und hatte starke Probleme beim Laufen. Seine Hinterbeine sahen bald aus wie Streichölzchen, er hatte kaum noch Muskulatur. Hat er anfangs nur beim Aufstehen Wasser lassen müssen, hat er sich jetzt nachts regelmäßig das Bettchen naßgemacht. Robin bekam Windeln um. Wir haben stark mit ihm gekämpft, das konnte es doch noch nicht gewesen sein. Wir sind jeden Tag mit ihm Schwimmen (mit Schwimmweste) gefahren. Medikamentell bekam er vom TA Karsivan und eine Zeit lang Enalapril (fürs Herz), das Rimadyl hatten wir wieder abgesetzt. Homöopathisch habe ich ihn mit Rhus Tox unterstützt, er bekam NeyTroph für den Muskelaufbau, außerdem VitaminB. Zusätze für Knochen und Gelenke habe ich ihm ja schon länger gegeben (Grünlippmuschel, Gelantine). So richtig gut angeschlagen hat aber erst das Vermiculite. Robin konnte im Herbst wieder recht gut laufen, hat den Winter mit sehr viel Glatteis bestens gemeistert. Im Frühjahr kam dann der Rückschlag, es ging gar nichts mehr, Robin ist immer wieder hinten weggerutscht, konnte keine 3 Schritte mehr laufen. Er bekam schnellstens einen Rollwagen, an der er sich innerhalb einer Woche sehr gut gewöhnte. Robin hatte Hummeln im Hintern, wollte immer wieder aufstehen, so hat er teilweise mehrere Stunden im Rollwagen zugebracht, in dem er langsam auf unserem Hof auf und ab patroullierte. Er konnte wieder Besucher in Empfang nehmen und ist ganz stolz mit seinem Ball losgezogen. Wenn er sich wo festgefahren hatte, nahm er eben den Rückwärtsgang. Wenn er müde wurde, hat er sich hinten einfach hängen lassen. Wenn ich ihn dann auspannen wollte, hat er Theater gemacht. Ich denke, er war sehr glücklich mit seinem Wagen.

 
   

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